Episode 3 – Social Media – Fluch oder Segen

von Lars Körner
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Die sozialen Medien spielen in unserer heutigen Zeit eine sehr große Rolle.
In dieser Podcastepisode haben wir das Ganze mal etwas genauer betrachtet, dabei haben wir uns vor allem angeschaut, wie die Plattformen funktionieren, sowie die Vor- und Nachteile.

Timeline

Wie kamen wir zu Social Media?
(ca. 2007) Das erste Mal dass wir mit den sozialen Medien in Kontakt kamen war durch ICQ, ein Messenger bei dem man eine Nummer austauschen konnte um so den Kontakt des anderen zu bekommen.
Neben des Schreiben konnte man vor allem zusätzlich noch Minispiele spielen.

(ca.2008) Wer kennt wen, war die nächste Plattform die ins Spiel kam. Hier gab es zum ersten mal Profilseiten und Gruppen. -> Ähnlichkeit zu Facebook

(ca. 2009) Als nächstes war Whatsapp dran. Der Messenger ist bis heute ein ständiger Begleiter und war damals das erste Tool das man auf seinem Smartphone richt als Messenger nutzte. Whatsapp hat SMS/MMS ersetzt.
(ca. 2010) Facebook war in etwa gleichzeitig an der Reihe. In der USA war Facebook vergleichsweise schon sehr beliebt und war bei uns in etwa das neue Wer kennt wen.
Im Vergleich zu Wer kennt wen hatte Facebook mehr Funktionen und war insgesamt besser aufgebaut.
Facebook hat beispielsweise auch einen Messenger.

(ca. 2012) Die Plattform die sich als nächstes bei uns etablierte war Instagram.
Die Plattform basiert auf das Teilen von Bildern.
Mittlerweile sind dort auch die direct messages sehr beliebt.
Im deutschsprachigen Raum ist sie heute die vermutlich meistgenutzte und wichtigste Plattform.
Mit der Zeit hat sich Instagram sehr gewandelt bis zu dem was es heute ist.

(ca. 2014) Eine etwas andere Plattform ist Snapchat. Hier kann man kurze Nachrichten per Bild verschicken.
Eine Funktion die Snapchat berühmt gemacht hat, sind die Flammen, welche auftauchen wenn man einer Person über mehrere Tage gegenseitig Bilder geschickt hat.
Viele Jugendliche schicken teilweise sinnlose BIlder um diesen Streak aufrecht zu erhalten.

Die momentan am stärksten wachsende Plattform ist TikTok.
Zunächst startete Musical.ly 2014. Dort waren die Inhalte vor allem durch kurze Tanzvideos geprägt.
2018 übernahm der asiatische Konzern TikTok Musical.ly und konnte somit den vorhandenen Markt in Asien mit Nutzern der ganzen Welt erweitern.
Vor allem auch jetzt in Zeiten von Corona stieg die Anzahl der Nutzer von TikTok und man findet dort mittlerweile Content in allen möglichen Themenbereichen.

Bis heute gibt es täglich etliche neue soziale Medien.
Man kann gespannt sein wie sich die sozialen Medien in Zukunft noch verändern bzw. weiterentwickeln werden.

Wie funktionieren die Plattformen?

Wenn wir nicht für ein Produkt zahlen, sind wir das Produkt.
Die Plattformen verdienenn ihr Geld durch Werbeanzeigen, ihr Ziel ist es uns möglichst lange auf der Plattform zu halten.

Sogenannte attention engineers arbeiten extra daran um es zu gewährleisten dass wir Zeit auf den sozialen Medien verbringen.
Sie wissen genau wie unser Gehirn funktioniert und nutzen dadurch Techniken die genau das bewirken.
Alles ist so konzipiert dass man Zeit darauf verbringen soll. Unser Verhalten und unsere Aufmerksamkeit sollen so gut es geht gesteuert werden.

”Bei Social Media geht es mehr um Soziologie und Psychologie als um Technologie.”

Ein weiterer Punkt der bedenklich ist, ist die Datensammlung.
Bei der Installation einer App geben wir immer unzählige Berechtigungen die die App berechtigt Daten zu sammeln, immens viele Daten.
Es wird alles festgehalten, jeder Like; jede Nachricht; wenn wir Videos anschauen, wie lange wir diese schauen; wie lange wir Bilder ansehen, alles wird gespeichert.
Diese Daten werden genutzt um uns dazu zu bringen noch mehr Zeit auf den Plattformen zu verbringen.

Sogar wissen die Plattformen mit wem du wie viel Zeit verbringst, wer bei dir in der Nähe ist…
Man denkt manchmal, dass man abgehört wird oder ausspioniert wird, aber mittlerweile sind die Plattformen einfach so gut im Vorhersagen treffen geworden.

Die KI (künstliche Intelligenz) weiß zum Beispiel wann wir nervös oder ängstlich sind, was uns triggert, welche Emotionen und welche Nachrichten.

Das alles hat wiederum das Ziel das wir noch mehr Zeit auf der Plattform verbringen.
Und es machen alle großen Konzerne so, egal ob Google, Amazon Facebook oder auch Netflix.

Dadurch dass wir alle nur auf uns ausgelegte Beiträge angezeigt bekommen gibt es keine gemeinsame Realität mehr. Jeder lebt ein wenig in seiner eigenen Blase.
Das kann im Endeffekt dazu führen dass Meinungsdifferenzen gibt und diese nicht so leicht aus der Welt zu schaffen sind, da man die andere Meinung nicht kennt.
Außerdem birgt der relevante Content die Gefahr dass man länger auf der Plattform bleibt und mehr Inhalte sehen will.
Somit gelangen wir auch schon zu dem ersten negativen Aspekt der sozialen Medien, die Sucht.

negative Aspekte

1. Sucht

Die Sucht von sozialen Medien ist weit verbreitet. Fast jeder nutzt soziale Medien und seine Nutzungszeit auf den Plattformen sollte vielleicht jeder einmal selbst für sich betrachten und entscheiden ob das noch im Rahmen ist.
Nicht ohne Grund werden Mechanismen aus Casinos etc. genutzt. Es sind sozusagen Plattformen die dafür ausgelegt sind süchtig zu machen.
Die FOMO (fear of missing out) zeigt sich zudem auch bei vielen, man will nichts verpassen, deswegen gehen viele immer wieder auf die Plattformen um auch sicher zu gehen dass man nichts verpasst. Kann das nicht eine Stunde warten?

Was auch sehr gefährlich sein kann, sind die Benachrichtigungen, es entsteht ein Überfluss mit dem wir so gar nicht fertig werden können, man sollte es in Erwägung ziehen seine eigenen Benachrichtigungen zu minimieren.

Ein interessantes Phänomen hat sich in der Folge bei vielen Menschen auch entwickelt, das Phantom Vibration Syndrom. Es besagt dass man denkt dass sein Handy vibriert, obwohl es nicht der Fall ist. Die Hälfte aller Nutzenden sind bzw. waren schon einmal davon betroffen.

2. Was gibt man Preis?

Wie schon beschrieben gibt man sehr viele Details an die Plattformen weiter.
Oft sehen auch andere Menschen mehr auf einer Plattform als uns selbst lieb ist und nicht jeder möchte so transparent sein.
Wir sollten manchmal genauer überlegen wie unsere Daten preisgegeben werden und vor allem wie viele Daten wir über uns preisgeben.

3. falsche Realitätswahrnehmung

Wir sehen auf diesen Plattformen Menschen die alle gefühlt dauerhaft glücklich sind und gut aussehen.
Dabei sind die meisten Bilder die wir sehen in irgendeiner Weise bearbeitet, mal stärker , mal etwas weniger.

Es bildet sich daraus eine falsche Realitätswahrnehmung aus, die uns selbst nur schaden kann.
Der Vergleich mit anderen die sich nicht real zeigen kann große Auswirkungen haben, die sich in unserem Unterbewusstsein festsetzen. Das sollte man nicht unterschätzen und man sollte sich dem Ganzen bewusster sein.

4. Narzissmus

Narzissmus = Persönlichkeitsstörung (nicht Selbstverliebtheit)-> mehr oder minder starke Einwirkung auf Denken, Empfinden und Verhalten
Die Narzissten suchen nach Bestätigung, die sie im realen Leben meist nicht bekommen.
Sie haben oft ein geringes Selbswertgefühl, welches sie versuchen online zu vergrößern.
Insofern das nicht mehr gelingt können psyschiche Probleme als Folge einhergehen.

Das immer wiederkehrende Teilen von Inhalten kann in uns selbst auch eine selbstzentrierte Denkweise hervorrufen.

5. Isolation / Einsamkeit

Es wurde herausgefunden, dass die sozialen Medien nicht unsere soziales Bedürfnis befriedigen, ganz im Gegenteil. Die Nutzung von sozialen Medien erhöht die Einsamkeit.
Vor allem in Zeiten von Covid 19 kann das ein riesiges Problem sein. Durch Lockdown etc. fehlt vielen Menschen der soziale Ausgleich und dieses Fehlen wirkt sich negativ auf uns aus.
Schlussendlich kann es bis zur Depression führen.
Wie sehr wir die Connection zu anderen brauchen, bzw. wie Einsamkeit mit Depressionen zu tun haben könnt ihr in dem Buch Lost Connection von Johann Hari nachlesen.
Hier wird der Zusammenhang sehr gut beschrieben und es werden noch weitere Ursachen der Depression, sowie Lösungen dafür genannt.

6. Cyber Mobbing

Durch die Socials ist es einfacher denn je jemanden zu mobben.
Das Phänomen Cyber Mobbing hat sich über die Jahre hinweg immer stärker ausgeprägt. 1/3 der 12-16-Jährigen sind betroffen laut einer Studie von 2019.
Die Hemmschwelle ist viel geringer als im ”echten Leben”. Es geht ganz schnell und als Betroffener ist es schwieriger etwas zu übernehmen.
Viele machen auch nichts dagegen und die psyschichen Folgen bleiben.

7. Mentale Gesundheit

Die mentale Gesundheit, vor allem bei der Generation Z ist sehr bedenklich zu betrachten, das hat auch mit Social Media zu tun.

Dinge wie:
– ständigen Vergleich mit anderen, die sich nicht real zeigen (Selbstwertgefühl sinkt)
– Overthinking
gab es früher nicht so ausgeprägt und es gibt auch zahlreiche Studien, die belegen dass verstärkte Nutzung der sozialen Medien in Kontakt steht mit einer Verschlechterung der mentalen Gesundheit.

Wenn man Stress/ Probleme hat spricht man nicht darüber sondern holt sich über die sozialen Medien einen Dopaminkick. Kurzfristig wird es dadurch besser, langfristig hat man aber immer noch das Problem und es kann stärker werden, bzw. es können sich weitere Dinge mit anhäufen.

Wie schlimm das Thema ist sieht man an einer Studie von Mental Health America vom September 2020, auch wenn die ”Corona-Krise” mit einen großen Anteil hat:
Befragt wurden Jugendliche im Alter von 11-17 Jahren. 50% der Beteiligten hatten innerhalb von 2 Wochen mindestens einmal Selbstmordgedanken, erschreckend…

Die mentale Gesundheit wird zukünftig noch ein großes Thema sein und es wird eine Herausforderung damit umzugehen und das Ganze nochmals in andere Bahnen zu lenken.

Falls du Probleme hast mit deiner mentalen Gesundheit suche dir Hilfe.
Oftmals reicht es schon mit jemandem über die Probleme zu sprechen damit es dir etwas besser geht.

Falls du niemanden hast mit dem du sprechen möchtest ist hier ein Link worüber du eine Hotline erreichen kannst die bezüglich solchen Themen Ansprechpartner hat:
https://robert-enke-stiftung.de/portfolio-items/beratungshotline-seelische-gesundheit

Natürlich gibt es außer den möglichen negativen Aspekten auch einige Positive.

positive Aspekte

1. einfache Kommunikation

Durch Social Media ist die Kommunikation so einfach wie nie zuvor geworden. Es ist möglich überall auf der Erde in Kontakt zu bleiben, dabei spielt es fast keine Rolle wo man sich befindet.
Man kann sich des Weiteren auch Meinungen zu einem bestimmten Thema schnell einholen oder man kann Freundschaften wiederbeleben, indem man einfach mal eine Nachricht schreibt zu jemandem zu dem man länger keinen richtigen Kontakt hatte.

2. Leute kennenlernen

Neue Kontakte knüpfen oder beispielsweise auch mit Unternehmen in Kontakt zu treten ist eine super Möglichkeit die uns die sozialen Medien bieten. Egal ob neue Freundschaften, Kooperationen mit Firmen oder einfach regelmäßiger Austausch. All das ist möglich durch die sozialen Medien.

3. positiver Einfluss

Ein weiterer Nutzen den es durch die sozialen Medien gibt ist der positive Einfluss den man haben kann.
Egal ob alleine oder in Gruppen bzw. Zusammenschlüssen von Menschen können Bewegungen entstehen, die für alle jeglichen Themen etwas im Positiven verändern wollen und auch tun.

4. Kreativität ausleben

Unsere Kreativität ist sehr wichtig.
Noch nie war es so sehr möglich seine eigene Kreativität komplett auszuleben wie heutzutage und damit haben wir Plattformen auf denen wir unsere Kreativität präsentieren können. Damit können wir uns selbst, sowie andere inspirieren.

5. schnell Hilfe bekommen/ anderen helfen

In unserer Gesellschaft gibt es immer mehr Menschen die Probleme haben, egal was ist wir können auf den Socials sehr schnell Hilfe bekommen.
Natürlich können wir genauso gut auch anderen Menschen helfen.

Fazit:

Social Media kann wie der Titel schon sagt Fluch oder Segen sein.
Die Entscheidung liegt immer bei uns selbst, an der Art wie wir selbst mit den sozialen Medien umgehen.

Mach dir bewusst inwiefern du die sozialen Medien nutzt.

Wie viel Zeit nutzt du Social Media?
Was machst du auf den Plattformen?
Konsumierst du bewusst Content?

Tipps wie du den Umgang verbessern kannst bzw. die Zeit auf den Socials verringern kannst:

  • deine Zeit tracken
  • dein Handy zu bestimmten Zeiten ausschalten
  • dein Handy nicht mit ans Bett nehmen
  • die Benachrichtigungen ausschalten
  • Probiere es aus ohne Social Media auszukommen (egal ob nur ein paar Stunden oder ein paar Tage, jeder Schritt zählt)

Abschließend noch ein Zitat von Bill Gates:
,, Das Internet ist wie eine Welle. Entweder man lernt auf ihr zu schwimmen oder man geht unter.”
-> Für die sozialen Medien gilt dasselbe.

Wenn wir den richtigen Umgang lernen bieten die Social Media Kanäle viele Vorteile und können uns eine große Freude bereiten, falls nicht können sie unser Untergang sein.

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